Costitx ist mit einer Fläche von ca. 15,4 km2 und 1.035 Einwohnern (im Jahr 2008) eine der kleinsten Gemeinden im Pla de Mallorca. Sie grenzt an die Gemeinden Inca, Sineu, Lloret de Vistalegre und Sencelles.
Der Ortsname Costitx ist bereits im Llibre del Repartiment de Mallorca (1232) belegt: Er lässt sich aus dem lateinischen Stamm „cosfa” und dem Suffix,,-icium” (von den Arabern Je” ausgesprochen) ableiten und bezieht sich auf die Hanglage des ursprünglichen Gehöfts.
Die Gemeinde Costitx hat sich seit jeher nahezu ausschließlich der Landwirtschaft gewidmet. Von dieser Tätigkeit sind wertvolle archäologische Überreste wie Gebäude zur Wassernutzung, Windmühlen und Häuser von Landgütern erhalten.
Zum anderen ist Costitx aufgrund der Stierköpfe bekannt, die vor über hundert Jahren in Son Corro gefunden wurden. Diese in der letzten Talayot-Epoche als höchster Ausdruck des Stierkults gestalteten Bronzestücke wurden später in das Archäologische Museum nach Madrid gebracht. Allerdings haben die Einwohner von Costitx Ansprüche geltend gemacht, um diesen archäologischen Schatz an seinen Ursprungsort zurückzuholen. Darüber hinaus wurden weitere archäologische Fundstätten entdeckt, denn die Gemeinde gehört zu den Orten auf Mallorca, wo sich proportional die meisten archäologischen Überreste pro Quadratkilometer befinden. Diese liegen verstreut rings um den heutigen Ortskern und ermöglichen das Studium verschiedener Typologien. Hervorzuheben sei das Sanktuarium Santuario de Son Corro, die „Navetes” genannten Bauten in Form eines umgestülpten Schiffs von Turassot des Metge sowie die Talayots von Son Vispo.
Über die maurische Zeit ist wenig bekannt, doch sind die Keramikfunde, der Brunnenbau und die Zunahme von Ackerbau und Viehzucht bemerkenswert. Im Repartiment nach der Eroberung fiel die Siedlung an den Vicomte von Bearn, Gasto de Montcada, der das Gehöft Costitx an den Ritter Arnau de Santacflia abtrat.
Im 17. Jh. war das Dorf bereits vollkommen urbanisiert. Jeroni de Berard berichtet 1789 von mehr als 13 Straßen, von denen manche nicht durchgehend verliefen, sowie zwei großen Plätzen und insgesamt 219 Häusern.
Mit der Verfassung von Cadiz im Jahr 1812 kam es zur ersten Unabhängigkeit des Dorfes von Sencelles und Joan Vallespir -Dalmau- wurde zum ersten verfassungsrechtlichen Bürgermeister. Doch mit der Abschaffung der Verfassung im Jahr 1814 verlor Costitx seine Selbständigkeit und wurde wieder von Sencelles abhängig. Am 4. Februar 1858 erließ Königin Isabella II. einen Königlichen Erlass, in welchem dem Dorf Costitx die Unabhängigkeit gewährt wurde. Auf religiöser Ebene erfolgte die volle Unabhängigkeit von Costitx 1913, als das einstige Vikariat zur Pfarrei erhoben wurde.
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