Einige Anmerkungen zu den wichtigsten Getränken dürfen nicht fehlen. Zunächst zum Aperitif, der auf Mallorca wie anderswo im wesentlichen internationalen Charakter hat. Vorrätig ist im Prinzip alles, was alkoholisch Rang und Namen besitzt. Um eine Besonderheit handelt es sich aber beim Palo, einem süßlichen Likör aus gebranntem Zucker mit ein wenig Chinin und gekochten Orangen- und Zitronenschalen. Man genehmigt sich Palo gern in kleinen Gläschen, bevor das Essen aufgetragen wird. Frisch gepreßten Orangensaft pur oder als Basis für einen Drink sollte man sich zur Reifezeit der Orangen nicht entgehen lassen. Dank des hohen Süßegrades mallorquinischer Orangen schmeckt er sehr gut und ist noch einigermaßen bezahlbar. Wenn es ihn gibt! Außerhalb der Anbaugebiete wird man in vielen Restaurants vergeblich danach fragen. Zumo oder Jugo natural de naranjas heißt der Saft. Wer nicht auf »Köpi« oder »Warsteiner« besteht (und fast überall bekommt), sollte auf die einheimischen Sorten zurückgreifen, die teilweise sogar auf Mallorca gebraut werden. Das spanische Bier ist gut und billiger als die Importmarken, wenngleich nicht nach deutschem Reinheitsgebot produziert. Genießen Sie die Spezialitäten von Mallorca bei einem Finca Mallorca Urlaub.
Zwar wird auf Mallorca um Binissalem/Santa Maria/Sencelles, Algaida/Montuiri und Felanitx/Pctra eine anerkannte Weinqualität mit der Ursprungsbezeichnung Fla i Llevant de Mallorca auf stetig wachsender Fläche angebaut, und auch bei Andratx wächst guter Wein, aber die Erzeugung reicht bei weitem nicht, um den Inselbedarf zu decken. In den Weinregalen der Supermärkte führen die lokalen Weine denn auch eher ein Schattendasein. Auf den Weinkarten der Gastronomie findet man sie aber zunehmend. Die Preise für bessere Weine, egal ob von der Insel oder vom Festland, sind erstaunlich hoch. Eine durchschaubare Beziehung zwischen Weinpreisen und Qualität läßt sich dabei nur schwer entdecken. Die Gefahr, für teures Geld Wein minderer Güte in wertvoller Aufmachung zu erstehen, ist groß. Wenn man sich schon auf Mallorca befindet, liegt es daher umso näher, die lokalen Weine zu probieren. In vielen Lokalen ist die Bestellung des »Hausweins« (oft in typischen Halbliter-Krügen aus Keramik) meist eine gute Wahl. Der Vino de la Casa ist außerdem häufig die einzige Möglichkeit, weniger als eine ganz Flasche kommen zu lassen. Nur an der Bar läßt sich immer auch Wein glasweise ordern.
Durchaus üblich ist es, den Wein – vor allem zur Mittagszeit – mit Mineralwasser zu verdünnen. Mallorquiner trinken das Wasser separat. Abgesehen davon hat man sich in mallorquinischen Restaurants auch an ausschließlich Mineralwasser trinkende ausländische Gäste und einheimischer Autofahrer gewöhnt. Das Wasser wird aus inseleigenen Quellen abgefüllt und ist mit wie auch ohne Kohlensäure erhältlich: Agua mineral con bzw. sin gas. Zum Thema Sangria, also Rotweinbowle mit allerlei mehr oder weniger geeigneten Zutaten, nehmen Paco und Dorothea Ponce im folgenden Abschnitt Stellung. Sie gehört zum Spanienurlaub wie die Paella, da macht auch Mallorca keine Ausnahme. Man kann sie in fast allen Bars und Restaurants ordern. Allgemein üblich ist der Kaffee nach dem Essen. Und zwar aus der Espressomaschine. Das kleine Tässchen starken Kaffees heißt Cafe solo und wird normalerweise mit viel Zucker genossen. Wem der Tasseninhalt nicht reicht, bestellt Cafe americano oder largo oder doble und erhält eine große Tasse Espresso. Kaffee mit Milch heißt Cafe con Leche, es handelt sich dabei um normalen schwarzen Kaffee, der mit viel warmer Milch aufgefüllt wird. Nur ganz wenig Milch enthält der Cafe cortado. Für den Kaffee nach gewohnter Art – mit oder ohne Sahne – muß man schon Lokale aufsuchen, die mit deutschem Kaffee werben. Beliebt ist zum Cafe solo ein Schuß Cognac bzw. Brandy. Aus dem so verfeinerten Kaffee wird dadurch ein Carajillo.

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