Mit Huerta (spanisch für Obstgarten) bezeichnet man auf Mallorca fruchtbare Ländereien in der Ebene, die über Grundwasserbrunnen verfügen. Ein guter Boden bringt mehrere Ernten pro Jahr, wenn er während der trockenen Jahreszeit bewässert werden kann. Bereits die Araber hatten Wasserschöpfräder eingeführt, die über eine sinnvolle Vorrichtung von Eseln und Maultieren angetrieben wurden. Man sieht Reste der Norias, wie diese Schöpf räder auf spanisch heißen, noch auf vielen Feldern. Das Restaurant C’an Mateu bei Algaida besitzt eine schöne Noria zur Dekoration der Poolterrasse. Auch die Mühlen in der Umgebung des Flughafens dienen der Bewässerung. Die Drehbewegung der Windräder wird über Zahnräder und eine Kurbelwelle auf eine senkrechte Achse übertragen, so dass diese sich auf- und abbewegt und als Hebel einer Wasserpumpe funktioniert.
In den Huertas wachsen neben zahlreichen Gemüsearten fast alle Obstsorten, die auch in Mitteleuropa heimisch sind. Außerdem gibt es Apfelsinen-, Pampelmusen-, Zitronen-, Clementinen- und Mandarinenplantagen.
Für seine Orangen berühmt ist das Tal von Söller, das deshalb auch das Goldene Tal genannt wird. Da es frühe und späte Apfelsinensorten gibt, sind auf der Insel vom Herbst bis ins Frühjahr hinein frische Orangen zu haben. Es hat übrigens wenig Zweck, in Parkanlagen Orangen zu stibitzen. Was dort an den Bäumen hängt, sind meist Bitter-Orangen. Die schmecken erst als (eben deshalb ziemlich bittere) Otangenmaimelade.
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